Es wird euch sicher genau so überrascht haben wie mich, das Google nach der erfolgreichen Monopolbildung von Kartendiensten jetzt Kohle sehen will fürs Einbetten. Also DAMIT konnte ja wohl NIEMAND rechnen!1!!
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Es wird euch sicher genau so überrascht haben wie ...
http://blog.fefe.de/?ts=b055de8c
October 29 2011, 8:40am | Comments »
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Ab Anfang 2012: Google Maps API wird kostenpflichtig
http://feedproxy.google.com/~r/jmboard/UITV/~3/m5yAzmuryEg/
Viele Webseiten und Webservices nutzen Googles Maps API um Geo-Informationen darzustellen oder Routenplanungen anzubieten. Bisher war dieser Service vollkommen gratis, doch damit ist es jetzt vorbei: Google hat heute die Begrenzungen, die ab nächstes Jahr gelten, und die Preise bekannt gegeben. Und eines steht damit schon fest: Billig wird es nicht, und die Verbreitung von GMaps dürfte stark abnehmen…
Im schlechtesten Falle kann es, wie auf der Tabelle ersichtlich ist, schon ab 2.500 Abrufen am Tag richtig teuer werden – nämlich bis zu 8$ für 1.000 weitere Abrufe. Und ganz wichtig: Als Abruf zählt nicht nur der komplette einmalige Aufbau der Karte, sondern jedesmal wenn eine Anfrage an den Server geschickt wird – von der Suche auf der Karte über die Routenplanung bis zum Abruf von Sateliten-Fotos. Diese Grenze wird also sehr viel schneller erreicht als es klingt. Abhängig sind die Preise auch von der verwendeten API-Version. Die Limits und die dazugehörigen Gebühren gelten ab Anfang 2012 – ein genaues Datum wollte Google noch nicht nennen. Die Verwendung der Maps API im Web dürfte dadurch aber gewaltig zurückgehen und Diensten wie OpenStreetMap oder Bing Maps regen Zulauf bescheren. Bleibt abzuwarten ob Google die Preise und Grenzen nicht noch einmal anpasst. Dass dafür jetzt kassiert wird finde ich zwar vollkommen okay, doch erscheinen mir die Preise schon sehr sehr hoch. Eventuell rechnet man bei Google damit dass tausende “Kunden” abspringen und der Rest halt den ganzen Dienst finanzieren muss… Das einfügen von Karten-Ausschnitten auf Webseiten via Google Maps dürfte weiterhin kostenlos bleiben “embed this map”, allerdings könnte ich mir vorstellen dass Google auch hier Grenzen einbaut und ab einer bestimmten Abruf-Quote einfach nichts mehr anzeigt. Ausdrücklich erwähnt wird dies in den FAQs aber nicht, es bleibt also abzuwarten. Eventuell verschwindet das Feature auch einfach. » FAQ » Ankündigung im Geo Developer Blog
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October 28 2011, 3:47pm | Comments »
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Der (Reklame-)Himmel steht wieder offen
http://feedproxy.google.com/~r/Fontblog/~3/Et7QkIKhn8M/der-reklame-himmel-steht-wieder-offen
Es war eine deprimierende Nachricht, am 24. Dezember 2007, als der frische und erfrischende Werbeblogger Bernd Kreutz (kreutzundpartner.de) nach 200 Tagen, wie angekündigt, sein Internet-Tagebuch Reklamehimmel schloss. Kreutz machte Yello Strom unverwechselbar, er ist einer der genialsten Markenexperten im Land. Er weiß was gut ist und was schlecht (unerreicht seine Abrechnung mit der dilettantischen Markenführung der Telekom 2001: Die Farbe Magenta und das Verhältnis von Macht und Recht), und dass man, frei nach Stephen Fry (siehe meinen Kommentar zum letzten Beitrag), Form und Funktion genauso wenig trennen kann wie Stil und Inhalt. Dieser Bernd Kreutz als regt sich über den verkorksten Steve-Jobs-Schutzumschlag bei C.Bertelsmann genau so auf wie ich (»… eine Schande für das deutsche Verlagswesen«), und hat deshalb seinen Reklamehimmel wieder geöffnet … Herr Kreutz, es gibt ausreichend Gründe, ihn so schnell nicht wieder zu schießen. Weitermachen!
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October 27 2011, 5:27pm | Comments »
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Weiterer Hinweis auf den Start von Google Music Downloads
http://feedproxy.google.com/~r/jmboard/UITV/~3/QgRkTj-VXuQ/
Die Spatzen pfeifen es immer lauter von den Dächern, dass der Start von Google Music kurz bevor steht – und jetzt werden diese noch einmal von Google selbst gefüttert: Wer Google Music Beta von seinem Smartphone aus aufruft, wird zum Download der Music-App gebeten auf der “millions of Songs” zum Download verfügbar sein sollen.
Soweit ich weiß ist der Hinweis auf die Music-App schon seit Anfang an auf der Seite zu finden, ohne macht das ganze ja auch keinen Sinn – aber der zweite Eintrag kam erst in den letzten Stunden dazu. Der Link “Shop Android Market” führt übrigens auf die Seite market.android.com/music, was bedeutet dass der Kauf von Musik zumindest am Smartphone über den Android-Market abgewickelt wird, und nicht etwa auf einer eigens dafür geschaffenen Music-Plattform. Interessant wird dann natürlich sein wie sich das auf anderen Geräten verhält. Ich gehe davon aus dass Google diesen Text nicht ganz versehentlich auf der Site veröffentlicht hat, und den Gerüchten um einen baldigen Start einfach nur ein bißchen Nährboden geben wollte – ist ja bekanntlich die beste Werbung. Ich könnte mir vorstellen dass der Music Shop noch in dieser Woche an den Start geht, aber wahrscheinlich (wieder einmal) nur US-only… [TechCrunch]
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October 27 2011, 4:42am | Comments »
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Introducing Android WebDriver
http://feedproxy.google.com/~r/blogspot/hsDu/~3/qW-DHwT9R7c/introducing-android-webdriver.html
[This post is by Dounia Berrada, an engineer on the EngTools team. — Tim Bray]Selenium WebDriver is a browser automation tool which provides a lightweight and elegant way for testing web apps. Selenium WebDriver is now available as an SDK extra in the Android SDK, and supports 2.3 (Gingerbread) and onwards!Whether or not your site is optimized for mobile browsers, you can be sure that users will be accessing it from their phones and tablets. WebDriver makes it easy to write automated tests that ensure your site works correctly when viewed from the Android browser. We’ll walk you through some basics about WebDriver and look at it in action.WebDriver BasicsWebDriver tests are end-to-end tests that exercise the web application just like a real user would. WebDriver models user interactions with a web page such as finger flicks, finger scrolls and long presses. It can rotate the display and interact with HTML5 features such as local storage, session storage and the application cache. Those tests run as part of an Android tests project and are based on Junit. They can be launched from Eclipse or the command line. WebDriver tests can be wired with a continuous integration system and can run on phone and tablet emulators or real devices. Once the test starts, WebDriver opens a WebView configured like the Android browser and runs the tests against it. WebDriver is an Android SDK extra and can be installed following these instructions. Once you’ve done that you’ll be ready to write tests! There is a comprehensive WebDriver user guide on the Selenium site, but let’s start with a basic example using http://www.google.com to give you a taste of what’s possible.Getting StartedFirst, create an Android project containing an empty activity with no layout.public class SimpleAppActivity extends Activity { @Override public void onCreate(Bundle savedInstanceState) { super.onCreate(savedInstanceState); } }Then create the Android test project that will contain the tests. WebDriver will create the WebView and set the layout automatically in the main Activity.Let’s write a test that opens the Google home page on Android and issues a query for “weather in San Francisco”. The test will verify that Google returns search results, and that the first result returned is giving the weather in San Francisco.public class SimpleGoogleTest extends ActivityInstrumentationTestCase2<SimpleAppActivity> {
public void testGoogleShouldWork() { // Create a WebDriver instance with the activity in which we want the test to run WebDriver driver = new AndroidDriver(getActivity()); // Let’s open a web page driver.get("http://www.google.com"); // Lookup for the search box by its name WebElement searchBox = driver.findElement(By.name("q")); // Enter a search query and submit searchBox.sendKeys("weather in san francisco"); searchBox.submit(); // Making sure that Google shows 11 results WebElement resultSection = driver.findElement(By.id("ires")); List<WebElement> searchResults = resultSection.findElements(By.tagName("li")); assertEquals(11, searchResults.size()); // Let’s ensure that the first result shown is the weather widget WebElement weatherWidget = searchResults.get(0); assertTrue(weatherWidget.getText().contains("Weather for San Francisco, CA")); }}Now let’s see our test in action! WebDriver will create a WebView with the same configuration as the Android browser in the main UI thread, i.e. the activity thread. The activity will display the WebView on the screen, allowing you to see your web application as the test code is executing. Interaction TestingWe’ve mentioned that WebDriver supports creating advanced gestures to interact with the device. Let’s use WebDriver to throw an image across the screen by flicking horizontally, and ensure that the next image in the gallery is displayed.WebElement toFlick = driver.findElement(By.id("image")); // 400 pixels left at normal speed Action flick = getBuilder(driver).flick(toFlick, 0, -400, FlickAction.SPEED_NORMAL) .build(); flick.perform(); WebElement secondImage = driver.findElement(“secondImage”); assertTrue(secondImage.isDisplayed());Now, let’s rotate the screen and ensure that the image displayed on screen is resized.assertEquals(landscapeSize, secondImage.getSize()) ((Rotatable) driver).rotate(ScreenOrientation.PORTRAIT); assertEquals(portraitSize, secondImage.getSize());What if your test reveals a bug? You can easily take a screenshot for help in future debugging: File tempFile = ((TakesScreenshot) driver).getScreenshotAs(OutputType.FILE);Find Out MoreIf this has whetted your appetite and you’d like to know more, go ahead and install the Android WebDriver, take a look at the documentation on the Selenium project’s wiki, or just browse the javadocs. For questions and feedback not only of the Android WebDriver but also its desktop brethren, please join webdriver@googlegroups.com. For announcements keep an eye on http://seleniumhq.wordpress.com/.
October 26 2011, 9:46pm | Comments »
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Denn sie wissen wohl, was sie tun
http://www.schockwellenreiter.de/blog/2011/10/26/denn-sie-wissen-wohl-was-sie-tun/
Der Deutsche Bundestag führt Europa der Deutschen Bank zu.
Der Bundestag hat mir großer Mehrheit der »Euro-Rettung«, die ja in Wirklichkeit eine Banken-Rettung ist, zugestimmt. Und ich bin nicht — wie Spiegel Online — der Meinung, daß die Abgeordneten nur ahnen, was sie tun. Sie wissen sehr wohl, was sie tun, wenn auch nicht immer im Detail. Es ist irgendetwas mit Geld, mit dem Geld des Steuerzahlers natürlich, daß von unten nach oben umgeschichtet werden soll. Es wird der arbeitenden Bevölkerung aus der Tasche gezogen und den Zockern und Spekulanten (euphemistisch auch Banken genannt) in den Arsch gesteckt. Und dabei wird weder Griechenland noch der Euro gerettet, sondern nur der Kapitalismus. [Spiegel Online]
October 26 2011, 7:38pm | Comments »
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Gespräch mit Helmut Schmidt und Peer Steinbrück: Der SPIEGEL verkommt als PR-Zentrale - und leidet unter Amnesie
SPIEGEL-Titel 43/2011; Quelle: SPIEGEL Online
Europa ringt mit der Schuldenkrise, die genau genommen eine Bankenkrise ist - und der SPIEGEL hat nix besseres zu tun, als Helmut Schmidt und Peer Steinbrück auf seinen Titel zu heben mit einer Botschaft von “Schmidt Schnauze”, die so klingt, als käme sie direkt aus der PR-Zentrale des Steinbrückbüros: Steinbrück kann Kanzlerkandidat (siehe auch Screenshot). Der SPIEGEL blendet in seinem Titel aus, dass Steinbrück mitverantwortlich zeichnet für die derzeitige Megakrise Ein solcher Titel ist aber völlig deplatziert, denn gerade Steinbrück war ja v.a. in seiner Zeit als Bundesfinanzminister von 2005 bis 2009 entscheidend mitbeteiligt an den Fehlentscheidungen der Politik - mit der Folge, dass die Banken das Geld hinterhergeworfen bekamen und somit europäische Staaten erst so richtig in die Schuldenkrise schlitterten. FTD-Kolumnist Thomas Fricke hat in seinem aktuellen Beitrag “Schluss mit der Bankermagie” treffend aufgezeigt, dass “der atemberaubende Schuldenanstieg [europäischer Staaten] seit 2007 eher die Folge eines Bankendesasters” ist. Sprich, erst haben sich die Banken verzockt, dann bekamen sie das Geld von der Politik in den Rachen geschmissen - und dann schnellten die Staatsschulden ins Unermessliche. Blog Tief im Süden: “Steinbrück war in all seinen politischen Ämtern wenig erfolgreich - immer nur den kühlen Klaren mimen reicht einfach nicht” Wie wenig Steinbrück zum Kanzlerkandidaten taugt, beschreibt auch der Blog Tief im Süden treffend: “Steinbrück kann Kanzler - ist das wirklich so? Ich weiß nur, dass Steinbrück in all seinen politischen Ämtern wenig erfolgreich war, dass er ‘im Trend’ Fehlentscheidungen getroffen hat, die jemand, der weiß wovon er redet, halt so nicht hätte treffen dürfen. Immer nur den kühlen Klaren mimen reicht einfach nicht. Erst befürwortet er die weitere Aushebelung aller Regulierungsmechanismen für die Spekulationsindustrie, um dann panisch Milliarden an Steuergeldern zur Rettung genau dieser Bagage in die gierigen Rachen zu schieben. Er wurschtelt in der Großen Koalition kritiklos mit und lässt sich als Krisenmanager feiern für Entscheidungen, die einzig eine zeitliche Verschiebung der Probleme bedeuten und nun potenziert ganze Volkswirtschaften kollabieren lassen. Ganz nebenbei ist es Steinbrück in schöner Zusammenarbeit mit Müntefehring und Steinmeier gelungen, die SPD zu marginalisieren und auf Jahre unwählbar zu machen. Nun, vielleicht sind diese Jahre ja bereits vorbei und auf Amnesie des Kurzzeitgedächtnisses der Wähler können sich Parteien wohl ziemlich sicher verlassen. Ich will mich über Helmut Schmidt nun wirklich nicht despektierlich äußern, aber er ist ja nun schon über 90 Jahre alt und das Kurzzeitgedächtnis ist halt meistens als erstes betroffen…” Und wovon Über-90-Jährige mitunter betroffen sind, darunter scheinen auch die Gestalter des aktuellen SPIEGEL-Covers zu leiden: unter Amnesie. VWL-Professor Klaus-Peter Kisker: “Zu Helmut Schmidt als ‘großem Ökonomen’ etwas zu sagen, fällt mir schwer. Ich weiß nicht, wie er zu diesem Ruf gekommen ist.” Im Übrigen stellt sich die Frage, ob Helmut Schmidt überhaupt berufen ist, in diesen ökonomisch so angespannten Zeiten als Gradmesser für fundierte Ansichten zu stehen. Wie etwa auf der Seite http://www.fzs.de zu lesen ist, hat Klaus-Peter Kisker (Nationalökonom aus Berlin und für Jahrzehnte Mitglied der Partei von Helmut Schmidt) dazu folgendes geantwortet hat: “Zu Helmut Schmidt als ‘großem Ökonomen’ etwas zu sagen, fällt mir schwer. Ich weiß nicht, wie er zu diesem Ruf gekommen ist. Weder in seiner politisch aktiven Zeit noch anschließend in der ZEIT hat er irgendwelche relevanten theoretisch fundierten Aussagen zu wirtschaftspolitischen Themen gemacht. Ich weiß, dass er in Hamburg u.a. bei Karl Schiller Volkswirtschaftslehre studiert hat. Wie Schiller hat er lange einen Bastard-Keynsianismus vertreten, das heißt, Keynes als Steinbruch genutzt, die ihm passenden Stücke herausgebrochen, die schweren Brocken aber links liegen gelassen. In der alten Bundesrepublik hat er kurz vor seiner Abwahl mit dem Haushaltskonsolidierungsgesetz die neoliberale Wende eingeleitet, die dann durch Kohl nur weiter geführt wurde. Heute offenbart er sich als Neoliberaler. In der ARD bei Beckmann (13.12.04) behauptete er, dass die Deutschen die meisten Feiertage hätten und die wenigsten Arbeitsstunden in der ganzen Welt leisteten. Sein Fazit, das muss sich ändern. In der ZEIT vom 22.05.03 greift er scharf die deutschen Gewerkschaftsführer und Lafontaine an, die sich von Marxisten zu Pseudokeynsianern gewandelt hätten und die verhindern, dass in Deutschland die notwendigen Anpassungen vorgenommen werden können. Mehr kann ich zu diesem theoretischen Vakuum auf die Schnelle nicht sagen.” Interessanter Link zum Thema:
“Wenn 147 Konzerne die ganze Wirtschaft kontrollieren”, tagesanzeiger.ch, 23. Okt. 2011
Stefania Vital et al.: The network of global corporate control, ETH Zürich, 19. Sept. 2011
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October 26 2011, 10:54am | Comments »
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Michael Jürgs‘ Rotz
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Wäre dies ein Text von Michael Jürgs, hätte er nicht so angefangen. Es wäre die Beinlänge von Lügen vorgekommen oder die Brechzeit von Krügen — oder irgendeine andere Redensart, die man heute sonst nicht mehr hört, weil man sie schon so oft gehört hat. Artikel von Michael Jürgs fangen so an: Es gibt, wie gebildete Leser wissen, mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als Schulweisheit sich träumen lässt. Oder so: In vordemokratischen Jahrhunderten galt den Gebildeten die aus dem Lateinischen entliehene Lebensformel Quod licet lovi, non licet bovi. Sicher, es gibt auch Jürgs-Artikel, die anders anfangen, aber die wirken wie Ausnahmen, und Ausnahmen … — aber das wäre schon wieder ein Jürgs-Einstieg. Michael Jürgs war Chefredakteur des „Stern“, hat mehrere Biographien geschrieben und gilt aus mir nicht bekannten Gründen als geistreicher und witziger Autor, der jedes Blatt schmückt. Außer Redensarten liebt er Metaphern und Wortspiele. Als er vor zwei Wochen im „Spiegel“ den „Verfall der Sitten“ beklagt, tut er das unter der Überschrift „Kante statt Kant“. Er schimpft über „Handy-Terroristen“, die in Restaurants und Zügen nerven, über Frauen, die ihre Kinder mit Off-Roadern zum Kindergarten fahren und dort in der zweiten Reite parken, über Erste-Klasse-Fahrer, die sich über Obdachlosenzeitungsverkäufer beschweren, über feine Damen, die sich am Taxistand vordrängeln, und generell über Leute ohne Anstand und Sitten wie: Das fettarschige Leggingsmädchen, geschätzte 16 Jahre alt, das zunächst die Fahrgäste in der U-Bahn herausfordernd mustert, dann den Kaugummi aus dem Mund nimmt, an eine Haltestange klebt, noch mal kräftig Rotz hochzieht und sich dann zungenküssend seinem ebenfalls gepiercten Freund widmet. Ach, hätten die Gören doch ansehnliche Hintern oder wären wenigstens ungepierct! Es ist die ewige Klage über das Verkommen der Welt. Sie begleitet den Lauf der Zeit mit ihrem Gegrummel, seit es alte Männer gibt. Jürgs aber sagt, selbst das Schlechterwerden der Welt sei schlechter geworden, denn früher hätten sich nur junge Leute daneben benommen und die Oberschicht und das gemeine Volk, heute aber alle: (…) sowohl die Prolos wie die Protzler, Pöbler wie Populisten, gehören zum selben Verein. (Hätte ich erwähnen müssen, dass Jürgs Stabreime mag?) Er hat keinen Beleg für seinen „Trend weg von Kant, wonach das eigene Handeln stets anderen als Vorbild dienen solte, hin zur Kante, wonach man rücksichtslos gegen andere handeln darf“, aber er sagt, er braucht auch keinen, denn andere haben ja auch keinen. Und dann schreibt er einen sehr jürgs‘schen Satz über Trendforscher, in dem er stolz vorführt, wie sehr man sich, mit ein bisschen Mühe, in eitlen Witzen verheddern kann: Jene Propheten des Unbelegbaren, die auf ihre Art viele Jahre lang bei Gläubigen mit ihren in des Kaisers neuen Kleidern gehüllten Zukunftsprognosen — Horx, was kommt von draußen rein? — erfolgreich waren, haben auch ihre Zukunft hinter sich, seit Krisen in schnellerem Rhythmus passieren, als ihre Prognosen Makulatur sind. Am vergangenen Sonntag hat Michael Jürgs nun in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ einen Artikel geschrieben, in dem er für den Einsatz sogenannter „Trojaner“ im Kampf gegen Verbrechen plädiert. Er greift dabei zurück auf einen Besuch beim Referat SO 43 des Bundeskriminalamtes, das für Internetkriminalität zuständig ist. Und natürlich erzählt er nicht das, was er dort erlebt hat, ohne vorher zu schreiben: Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen: Und so erzählt Jürgs in der „FAS“ über das Referat SO 43: Dessen Büros, in welchen die Uniformierten Dienst schoben im Kalten Krieg, immer einsatzbereit, falls der Russe überraschend sonntags angreifen sollte — diese Büros sind bevölkert von zivil gekleideten jungen Menschen. Sie sitzen vor Computern und surfen. Ihre Arbeit hat zwar, genau wie die ihrer amerikanischen Vorgänger, zu tun mit Überwachung; doch sie nennen es Monitoring und behalten dabei nicht nur den europäischen Luftraum, sondern die ganze Welt im Auge. Was aussieht wie spielerisches Surfen in einer Start-up-Firma, ist hochprofessionelle kriminalistische Arbeit.
Es ist übrigens, auch wenn mir dazu spontan keine Redensart einfällt, so, dass man nur einmal eine Reise machen muss, um viele Male etwas erzählen zu können. Am 26. Juni 2011 hatte Jürgs in der Samstags-Schwester der FAS über das Referat SO 43 geschrieben: Die Büros, in denen im Kalten Krieg Uniformierte Dienst schoben, einsatzbereit und allzeit wachsam, falls der Russe überraschend sonntags angreifen sollte, sind heute bevölkert von zivil gekleideten jungen Menschen. Sie sitzen vor Computern und surfen. Ihre Arbeit hat zwar wie die ihrer amerikanischen Vorgänger auch zu tun mit Überwachung — bei denen war es der Luftraum über dem Nato-geeinten Europa –, doch sie nennen ihre Kontrollen Monitoring, und sie behalten dabei die ganze Welt im Auge. Was oberflächlich betrachtet aussieht wie spielerisches Surfen in irgendeiner coolen Startup-Firma, ist in Wirklichkeit kriminalistische Arbeit. Und auch das war nur ein leicht redigierter Vor Nachabdruck aus Jürgs‘ Buch „Die Jäger des Bösen“ über das BKA, das bereits im März erschienen war. Nun könnte man wohlwollend annehmen, dass jemand, der eine Reise gemacht hat und seitdem immer wieder davon erzählt, sich mit dem Thema wenigstens auskennt. Es spricht im Falle Jürgs aber nichts dafür. Er schreibt etwa: Netztrojaner sind nicht wie die Bewohner Trojas Angegriffene, sondern Angreifer. Sie werden im Kern, dem Quellcode, gezielt zur Eroberung fremder Computerprogramme eingesetzt. Was mag er mit „im Kern, dem Quellcode“ meinen? Der Quellcode ist das Programm, genauer gesagt seine menschenlesbare Form. Er nennt die Telekommunikationsüberwachung „TÜK“ statt „TKÜ“. Er schreibt, dass der Paragraph 100 a der Strafprozessordnung „Lauschangriffe unter Strafe stellt“, dabei erlaubt dieser Paragraph gerade Lauschangriffe in bestimmten Fällen; es ist das Grundgesetz, das sie eigentlich verbietet. Er staunt: „Im Internet werden jährlich zweistellige Renditen erwirtschaftet, Tendenz steigend“, was nicht nur in dieser Unbestimmtheit von außerordentlicher Sinnlosigkeit ist, sondern auch das Internet bloß auf eine Profitabilität von, sagen wir, der Axel Springer AG bringt. Jürgs‘ Argumentation ist filigran wie ein Betonklotz: Dass BKA-Beamte eigene Meinungen haben über das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom März 2010, wonach die bis dahin gebräuchliche Vorratsdatenspeicherung verfassungswidrig ist, überrascht nicht wirklich. Die Statistik aber ist neutral. Seit die Vorratsdatenspeicherung in der bisherigen Form ausgesetzt worden ist, können nur noch in vierzig Prozent aller Fälle die Provider der anfragenden Polizei Auskünfte über IP-Adressen geben, die zu möglichen Tätern führen. Davor waren es über neunzig Prozent. Die Statistik ist „neutral“? Jedem Journalistenschüler und Volontär würde ein solcher Satz — hoffentlich — schon prinzipiell um die Ohren gehauen. Jürgs nennt keine Quelle für seine neutrale Statistik. Das BKA spricht davon, dass es zwischen März 2010 und Ende April 2011 sogar in 84 Prozent keine Auskunft von den Providern bekam. Das kann Jürgs aber in seinem Artikel vom 23. Oktober 2011 nicht wissen, weil er den Absatz auch bloß wieder aus seinem bereits im März 2011 erschienenen Buch übernommen hat, wo sich allerdings auch keine Quelle findet. Aber was bedeutet die BKA-Zahl oder zur Not die von Jürgs? Anders als Jürgs suggeriert, sagt sie nichts darüber aus, wie viele Fälle wegen fehlender Vorratsdatenspeicherung nicht aufgeklärt werden konnten.
In seinem Buch nennt Jürgs die Zahl in einem Absatz, der so beginnt: Doch wer einmal Fotos von sexuell misshandelten Kindern — oder schlimmer noch: misshandelten Babys — auf den Bildschirmen der Ermittler gesehen hat, wer, was noch unerträglicher ist, ihre hilflos um Gnade bettelnden Stimmen gehört hat und weiß, dass dies die Pädosexuellen und Pädophilen angebotene Realität, dass dies echter Horror ist und kein inszenierter, ist bereit, jedes Gesetz zu brechen, um die Kinder zu befreien. Das ist der Kern von Jürgs‘ Argumentation in all seiner intellektuellen Schlichtheit: Der Zweck heiligt die Mittel. Er variiert das in seinem FAS-Artikel in verschiedenen Graden von Perfidie und Naivität. Er beklagt sich allen Ernstes darüber, dass die Internet-Ermittler der Polizei sich an Gesetze und Bestimmungen halten müssen, die Leute, die sie jagen, aber nicht — als sei dieses Ungleichgewicht nicht das Wesen jeder polizeilichen Ermittlung. Er beschreibt, wie Tausende von Menschen starben, weil sie aufgrund von Fälschern unwirksame oder vergiftete Medikamente bekamen, und fragt: Falls man durch nicht gar so legal eingesetzte Trojaner solche Kriminellen dingfest machen kann oder Verbrechen verhindert: Wer würde sich darüber beklagen? Es ist dasselbe Argument, mit dem Folter legitimiert wird. Oder Lynchjustiz. Es bedeutet das Ende des Rechtsstaates. Man würde das natürlich nicht ahnen, wenn man Jürgs liest, der sein Plädoyer für den Abschied vom Rechtsstaat mit lustigen Wortspielen und abgegriffenen Metaphern mischt. Der Anfang seines Textes geht übrigens vollständig so: Es gibt, wie gebildete Leser wissen, mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als Schulweisheit sich träumen lässt. Die Vorstellung, man könnte mit Trojanern auf den Schreibautomaten von Charlotte Roche, Walter Moers oder Daniela Katzenberger deren Texte löschen und die Drucklegung der Werke verhindern, ist beispielsweise so ein schöner Traum. Der zweite Satz hat keinerlei logische Verbindung zum ersten. Aber warum soll man einem Jürgs, wenn man ihm schon die sachlichen Fehler nicht rausredigiert, das Textrecycling nicht übel nimmt und die Angriffe auf die Fundamente unserer Demokratie durchgehen lässt, ausgerechnet den sprachlichen Unsinn aus seinen Texten streichen?- Tags:
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- Michael Jürgs
October 25 2011, 9:13am | Comments »
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Posted to carstenringe.net
Privatsphäre im Netz ist schwierig
http://feedproxy.google.com/~r/kopisde/~3/-N5TYj1C6PU/
Ich weiß, ihr wollt nichts über Netzwerktechnik hören. Aber wenn man im Internet unterwegs ist, dann ist es manchmal ganz gut, wenn man weiß, wie die Bytes über die Leitung kommen. Und wer dabei alles mitlesen kann. Dazu hat Henning Tillmann ein schönes Beispiel implementiert: Das ist ein Bild, dass...
October 25 2011, 9:00am | Comments »





