Google hat heute endlich ein Versprechen eingelöst. Nutzer von Google Chrome können in wenigen Tagen wieder ohne Internetverbindung auf Mails, Termine und Dokumente zugreifen. Den Anfang macht heute Google Mail. “Das Tolle an Web-Anwendungen ist, dass man auf alle seine Daten auch von unterwegs zugreifen kann, und Google Apps ist bereits für eine Vielzahl von mobilen Geräten wie Handys oder Tablet-PCs verfügbar. Doch wird es auch Situationen geben, in denen euch keine Internetverbindung zur Verfügung steht, beispielsweise im Flugzeug, im Zug oder im Auto,” heißt es in der Ankündigung von Google. Auf der Google I/O stellte Google die Chromebooks vor und damals hieß es, dass man noch im Sommer den Offline Modus zurück bringen wird. Dies hat Google heute erfüllt. Auch wenn das Wetter in Deutschland nicht wirklich sommerlich ist, ist sowohl kalendarisch als auch metrologisch Sommer. Für Google Mail ist eine Erweiterung für den Google Chrome zu installieren. Ruft man Google Mail nun über diese über diese auf, schaut Google Mail anders aus. Die App erinnert vom Aufbau an die Tablet-Version von Google Mail auf dem iPad oder Tablets mit Android. “Ferner rollen wir im Verlauf dieser Woche auch die Offline-Modi von Google Text & Tabellen und Google Kalender für alle Nutzer aus,” schreibt der Googler weiter. Nach Installation der Google Mail Offline App aus dem Chrome Web Store ist Google Mail auch offline verwendbar. Die Nutzung erfolgt dann über den blauen Briefumschlag auf der “Neuer Tab”-Seite in Chrome. Google Mail Offline in Chrome Der Offline-Modus von Google Kalender und Text & Tabellen soll nahtlos von statt gehen. Dazu heißt es von Google: “Wenn ihr den Google Kalender ohne Internetverbindung nutzt, könnt ihr eure Kalendereinträge und Anfragen mit Terminbestätigungen ansehen. Bei Google Text & Tabellen könnt ihr zudem offline Dokumente und Kalkulationstabellen anzeigen. Eine Offline-Bearbeitung ist derzeit noch nicht möglich, jedoch wissen wir, dass viele von euch sehnlichst darauf warten. Daher arbeiten wir hart daran, diese Funktion Wirklichkeit werden zu lassen.” Diese erste Version lässt sich spätestens ab kommender Woche über das Zahnrad in der Linkbar auswählen. Auch an die Google Apps Nutzer hat Google gedacht. Der Rollout für Google Apps erfolgt natürlich verzögert. Dies ist von Google, aber auch von Firmen so gewollt. Mit dem beiden Channels (Rapid und Schedueled) kann der Apps-Admin seine Mitarbeiter vorab schulen und ihnen die Neuerungen erklären. Mit den Organisationsrichtlinien für Chrome können sie die Chrome Web Store Apps mehreren Nutzern gleichzeitig bereitstellen. Vorerst gibt es diese Features nur in Google Chrome. Sobald andere Browser die benötigten Features unterstützen wird Google diese nachrüsten. Außerdem will man demnächst noch Einstellungen anbieten und auch das Bearbeiten von Dokumenten ermöglichen. Eine benötigte Funktion für die Offline Modi ist Background Pages.
-
Posted to google.com
Offline Modus für Google Mail, Google Calendar und Google Docs
http://feedproxy.google.com/~r/jmboard/UITV/~3/ONImzrZoxBA/
- Tags:
- Gmail
- gmail offline
- google-mail
- update
August 31 2011, 6:26pm | Comments »
-
Posted to google.com
Was ist da in Tunesien los?
http://www.netzpolitik.org/2011/was-ist-da-in-tunesien-los/
Das Thema Tunesien haben wir hier in den letzten Tagen sträflich vernachlässigt. Das lag allerdings eher daran, dass wir den Wust an Informationen und Meldungen erst einmal in Ruhe sortieren wollten. Die Vorgeschichte Wie in Demokraturen üblich, veschafft sich die tunesische Regierung seit längerer Zeit Überblick und Kontrolle über Netzzugang und -nutzung. Seit 2007 zum Beispiel wird YouTube blockiert. Im April letzten Jahres wurde die Zensur schlagartig ausgeweitet und zum Beispiel Teile von Facebook und flickr sogar vollständig gebannt, genau so wie mindestens 11 bekannte politische Blogs. Einige größere regierungskritische Seiten und Blogs wurden darüber hinaus gehackt, und Dateien und Datenbanken gelöscht. Die Kontrolle des Internetzugangs gestaltet sich für die Regierung deshalb so einfach, weil es mit der Agence tunisienne d’Internet (ATI) nur einen zentralen Provider gibt, über den fast alle sekundären Anbieter angebunden sind. Die Hacker-Angriffe Sami Ben Gharbia, im Exil lebender Aktivisten von Global Voices Advocacy twitterte am letzten Mittwoch my gmail account has been hacked !! and with very hard passw, with more than 50 characters (symbols, letters..etc) #sidibouzid …dann war erstmal nicht mehr viel von ihm zu dem Thema zu hören. Nach und nach stellte sich heraus, dass die ATI ihre zentrale Position im tunesichen Netz dazu ausgenutzt hat, in den unverschlüsselten Übertragungen ein paar Zeilen Javascript zum Ausspähen der Passwörter einzufügen, bzw. in anderen Fällen Link-URLs manipuliert hat, so dass sie zu Phishing-Seiten führten. Eine der leichtesten Übungen, wenn man einen zentralen Knotenpunkt in einem Netzwerk betreibt. Dem geneigten Leser wird so neben der kritischen Abhörmöglichkeit eine weitere, noch größere Gefahr von unverschlüsselten Datenübertragungen im Netz vor Augen geführt: Das der Manipulation. Der Sinn der zentralen Forderung, möglichst überall HTTPS zum Standard zu machen wird also auf dramatische Weise verdeutlicht. [Ich spare mit an dieser Stelle eine weitere Erläuterung, warum auch die https-Redirections bei Gmail nicht ausgereicht haben. Belassen wir es für diese Übersicht dabei, dass korrekt implementiertes HTTPS die Attacken immerhin weit verkompliziert hätte. Wer sich für Details interessiert, dem empfehle ich sich zum Beispiel mit HSTS auseinander zu setzen.] Ziel der Attacken waren (und sind?) Accounts bei Gmail, Facebook und Yahoo (Links führen zu dem jeweils eingeschleusten Code) – und sie laufen auch schon seit einiger Zeit: Schon im Juli 2010 berichtete Slim Amamou von eingeschleustem Code in den Gmail-Login, während – wie dienlich – der HTTPS-Port von Google geblockt war, was die Nutzer zum unverschlüsselten (also leicht zu überwachenden und zu manipulierenden) Login zwang. Allerdings machte die Regierung augenscheinlich erst in Anbetracht der politischen Geschehnisse der letzten Wochen auch tatsächlich von den Login-Daten Gebrauch, löschte Facebook-Gruppen und Dokumentationen der Aufstände, zum Beispiel die von Lina Ben Mhenni. [Der Ernst der Lage verbietet mir Bemerkung über die fixe Idee, regierungskritische Proteste ausgerechnet über eine so vertrauenswürdige Platform wie Facebook zu organisieren.] Aufhebung der Zensur Gestern nun gab der scheidende Präsident Tunesiens, Zine El Abidine Ben Ali, bekannt, dass er die Zensur komplett abstellen lasse. Und erste Tests bestätigten seine Worte: Selbst Sami Ben Gharbias Artikel über die tunesischen Filtermethoden, der auf dem regierungskritischen Portal nawaat.org veröffentlicht wurde, war plötzlich wieder zu erreichen. Dieser plötzliche Sinneswandel ist natürlich mit mehr als nur Argwohn zu betrachten. Es drängt sich der Verdacht auf, dass gelernt wurde, dass das Einbrechen in Nutzeraccounts, die Überwachung und Manipulation auf privater/vertrauer Ebene sehr viel effizienter und ergiebiger ist, als die Verhinderung von Kommunikation. Parallelen zu Iran, wo zu Beginn der Proteste 2009 die Internet-Infrastruktur bewusst nicht beeinträchtigt wurde, um das Verhalten der Bevölkerung studieren zu können, drängen sich auf. Dem Braten sollte nicht getraut werden. Postscript: Während ich diesen Artikel schrieb, überschlugen sich die Ereignisse in Tunesien. Ben Ali hat die Regierung aufgelöst, und Neuwahlen stehen vor der Tür.
January 14 2011, 4:52pm | Comments »
1

