Wer geflattr’t werden wollte, musste bisher auch selber flattr’n und Geld in das System bringen. Sonst wurde der Account inaktiv geschaltet. Das sollte verhindern, dass einige Nutzer nur abgreifen, und andere nur zahlen. Die Trennung von Konsument und Anbieter kannte flattr nicht. Die Regelung, dass ein Account, in dem sich kein Geld mehr befindet, “inaktiv” geschaltet wird, so dass der Inhaber selbst auch keine Spenden mehr erhalten kann, sollte dafür sorgen, dass das auch so bleibt. Es stellte sich aber heraus, dass sie gerade die kleinen Nutzer vor dem Micropaymentdienst zurückschrecken ließ: Immerhin musste man pro Jahr mindestens 24€ ausgeben, um überhaupt anderen die Möglichkeit zu geben, einem ein paar cent oder Euro zukommen zu lassen. Einige Nutzer gaben nach ein paar Monaten ohne Einnahmen auf, und haben nun inaktive Accounts – andere meldeten sich gar nicht erst an, denn auch das Angeben von Bezahlungsdaten schreckte ab. Ab Sonntag werden leere Accounts nicht mehr inaktiv geschaltet, und alle, die bisher gezögert haben, können kostenlos einen Account eröffnen, der aktiv ist und bleibt, egal, ob man selbst flattr’t. Man muss also keinen Cent bezahlen, und kann nur gewinnen. Der Rest des Modell bleibt wie gehabt. Auch wenn ich die Änderung erst komisch fand, denke ich, dass die Entscheidung richtig ist: Es ist mit einem großen Zuwachs in der Flattr-Community zu rechnen. Und wer diese einmal kennen und schätzen gelernt hat, der muss auch nicht mehr dazu ‘erzogen’ werden, selbst zu flattr’n. Hier könnt ihr beitreten und abstauben ;-) Tweet
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Flattr jetzt auch für Nichtflattr’er
http://www.netzpolitik.org/2011/flattr-jetzt-auch-fur-nichtflattrer/
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April 28 2011, 4:05pm | Comments »
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Bewegendes: Mein erster Rant (überhaupt!)
http://www.netzpolitik.org/2011/bewegendes-mein-erster-rant-uberhaupt/
Vorwort: Mir ist klar, dass ich mich mit der Veröffentlichung des folgenden Rants nicht sonderlich beliebt machen werde. Er ist unausgewogen, launisch, unvollständig (Ergänzungen bitte in die Kommentare!), in höchstem Maße subjektiv und zu lang ist der Text auch noch (Ursprünglich war er als kurzer Kommentar für das Blog von Thomas Stadler gedacht). Gerade den jüngeren unter den Netzpolitik.org-Lesern wird es zudem vorkommen, als wenn Oppa vom Kriech erzählt und eigentlich ist es auch genau das. Warum ich ihn trotzdem veröffentliche? Weil ich ein Hipster bin Für Google und weil ich glaube, dass es notwendig ist, mal ein wenig zurückzuschauen. So ein Blick zurück schärft evtl. ja auch den nach vorn. Vor allem aber, weil ich es reichlich merkwürdig finde, wie derzeit die netzpolitischen Erfolge der letzten Monate von einzelnen Parteien & Akteuren vereinahmt werden. Ich halte das nicht nur für dreist und unangemessen, sondern mit Blick auf die Zukunft auch für wenig zielführend. Erfolg werden wir, die netzpolitische Zivilgesellschaft (sachpolitische befreundete Parteimitglieder dürfen sich hinzuzählen), trotz zum Teil abweichender Ansichten in Detailfragen und div. Antipathien untereinander, nämlich nur gemeinsam haben (Mathias Richel scheint das ähnlich zu sehen, er schreibt es nur anders).
Schauen wir uns die letzten 15 Jahre an. Fakt ist, dass es neben Fitug und dem FoeBuD (1987 gegründet!) lange nichts gab (HU, FifF und letztendlich auch EDRi sind – nun – akademische Sonderfälle). Der 1996 gegründete Fitug e.V. war zwar ein feiner Debattierclub, wo zeitweise so gut wie die gesamte deutsche Netzelite Netzkompetenz versammelt war, hatte aber leider nie eine nennenswerte Aussenwirkung (Nein, Heise Online ist da leider nicht genug, vgl. Sascha Lobos Rant auf der #rp11). Thomas Stadler war damals bereits parallel bei “Freedom for Links” aktiv und hat sich mit Gravenreuth rumgeschlagen. Soweit das letzte Jahrtausend im Kurzdurchlauf (Ja, xs4all, Indymedia und die Debatte um das Compuserve-Urteil 1999 hätte man evtl. auch noch erwähnen können). Zeitsprung: 2001 kam Regierungspräsident Büssow in NRW mit seinen Sperrverfügungen und es in mehr oder weniger direker Folge zur (Um-)Gründung von odem.org durch Alvar Freude (Alvar, Dragan Espenschied und Andreas Milles kannten sich schon länger, ich wurde auf der Fitug-Mailingliste eingesammelt). Die Vorgängerprojekte von Alvar und Dragan würde ich eher im Netzkunstbereich ansiedeln, auch wenn es bei “Active Link” bzw. “//On.line-Demonstration\” natürlich auch schon um digitale Bürgerrechte ging. Die komplette Geschichte der frühen odem.org-Projekte hat Thomas Dreher vor Jahren einmal ziemlich kompetent aufgeschrieben. Auf Seiten des CCC waren damals vor allem einzelne Mitglieder aus Düsseldorf und Köln aktiv, von den Berlinern, ich versuche es freundlich zu formulieren, eher nicht so. Einer der D’dorfer CCCler meinte damals bei einem Termin der BezReg zu mir “ich glaube, das ist so eine fraktion im ccc [...], die lieber in ner linux user group waeren als in nem informationsfreiheitsverein”. Irgendwann zu dieser Zeit war AMM auch Zivilgesellschaftler bei der ICANN. Moment, habe ich Stop1984 vergessen? Stop1984 hat – mehr oder weniger als Ausgründung aus Heiseforum – ab 2001 einiges bewegt (Bettina “Twister” Winsemann schreibt noch heute hin und wieder für Telepolis). Das von bzw. aus dem Umfeld von Stop1984 betriebene “Trollforum” z.B. war lange Jahre vor #zensursula die Anlaufstelle für Debatten über den Kampf gegen Missbrauchsdarstellungen im Internet und selbsternannte Kinderschützer. Kann man sagen, dass Stop1984 ein Vorläufer des AK Vorrat war? Naja, die Richtung halbwegs. Nächster Stopp für die “digitale Bürgerbewegung” war ab ~2002 der “Weltgipfel zur Informationsgesellschaft” (2003 Vorgipfel in Genf, 2005 das Finale in Tunis!). Schade, “wsis-koordinierungskreis.de” ist offline (wurde übrigens auch von Alvar betreut). Im Vor- bzw. Umfeld des WSIS hat Markus mit Netzpolitik.org begonnen. Auch andere fanden dort ihre Berufung (Gab es nicht damals schon eine dezente Beisserei um die Tickets für die dt. Delegation?): WSIS, nicht nur Netz-, sondern Weltnetzpolitik! Heute, gerade 6 Jahre später, ist das alles wieder weitgehend vergessen. Ausser bei denen, die damals gerettet werden sollten, vermute ich (die retten sich bekanntlich gerade selber, z.B. in Nordafrika!). 2005 wurde dann auf dem Chaos-Congress 22C3 der AK Vorrat gegründet. Mit Wolfgang Schäuble als Innenminister, bzw. dem Mem “Stasi 2.0″, gab es damals ein klares Feindbild. Insbesondere mit dem beiden Großdemos “Freiheit statt Angst” 2007 und 2008 in Berlin hat der AK Vorrat netzpolitisch Geschichte geschrieben. Inzwischen ist es etwas ruhiger geworden, obwohl der AK Vorrat in Zeiten von VDS, SWIFT und Co natürlich weiterhin eine wichtige Aufgabe hat. Irgendwann in der Zwischenzeit hat man dann auch beim CCC (Berlin) das Arbeitsfeld “digitale Bürgerrechte” wiederentdeckt. Vielleicht ist alles ein großes Missverständnis, aber ich mache das ja gerne an Constanzes Arbeit und der (ersten) SIGINT 2009 in Köln fest. Die floralen Elemente eher weichen Themen der SIGINT standen anfangs jedenfalls noch deutlich in Kontrast zur harten Hacker-Realität auf dem Kongress in Berlin (Man beachte in diesem Zusammenhang auch Fefes Kommentar zur damals bereits dritten(!) re-publica). Das hat sich mit dem 26c3 (2009) und 27c3 (2010) erfreulicherweise geändert. Die Piraten gibt es in Deutschland offiziell bereits seit 2006. In den Fokus einer etwas breiteren Öffentlichkeit gerieten sie dank #zensursula (nach meiner Erinnerung knapp nach bzw. in Folge von Franziska Heines Petition, also etwa ab Sommer 2009). Wenn wir über einen Erfolg der “digitalen Bürgerbewegung” reden, haben wir den vor allem auch den Piraten zu verdanken. Einfach schon, weil die Piraten eine wahnwitzig aufwändige Arbeit in der Fläche geleistet haben. Das war einfach etwas, was “digitale Bürgerrechtler” bisher so auch nicht mit medialer Unterstützung leisten konnten. Danke liebe Piraten! Danke auch an die Jusos, Julis und an die Grüne Jugend. Auch eurem Einsatz ist es zu verdanken, dass unsere Themen in euren Parteien angekommen sind (Gerüchten nach inzwischen sogar bei der Union ,). Den AK Zensur gibt es tatsächlich erst seit 2009. Natürlich ist er nicht aus dem luftleeren Raum entstanden und hat in den vergangenen beiden Jahren sicher auch einiges bewegt, aber man doch bitte nicht vergessen, dass es die Petition von Franziska war, die letztendlich 130.000 Menschen mobilisiert hat. Der Rest war vor allem Handwerk, wichtig, aber nichts für die Massen. Franziska und die Petition hatten mit dem AK Zensur zunächst nichts zu tun (Die Mailingliste des AKZ diskutierte noch über den Wortlaut einer möglichen Petition, als man bei SpOn bereits von Franziskas Erfolg lesen konnte..). Auch gab es in Franziskas Umfeld Vorbehalte (Vereinnahmung und so) gegen eine Zusammenarbeit, später dann eine Art teilharmonische Zweck-WG, bereits seit geraumer Zeit geht man wieder getrennte Wege. Dito Christian von Mogis, der auch schon seit gut einem Jahr wieder sein eigenes Ding macht. Ist der CCC beim AKZ eigentlich auch offiziell draussen? Mmh, scheint so. Egal. We’ve come a long way Habe ich wen vergessen? Falls ja: sorry. Vor allem aber: Können wir nun bitte zusammen sinnvolle Dinge tun, oder wollt ihr euch erst noch ein bisschen um die Plätze an den politischen Katzentischen streiten? Tweet
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April 15 2011, 5:36pm | Comments »
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Atomlobby scheitert mit Twitter-Zensur
http://www.netzpolitik.org/2011/atomlobby-scheitert-mit-twitter-zensur/
Wie @Atomforum_eV am Freitagabend twitterte, ist der Satire-Account, der vor einigen Tagen gesperrt worden war, nun doch zurück. Der von einer Gruppe politischer Satiriker betriebene Account hatte die Äußerungen des deutschen Nuklearlobby-Verbands “Atomforum” persifliert. An der Wolke in Japan kann man sehr gut sehen, dass Windkraft absolut unkontrollierbar ist. Höchstgefährlich! Gorleben ist sicher! Das Wellblechdach des Zwischenlagers ist aus purem Metall. Es ist wie bei der Flugangst: Niemand lobt uns für die MONATE ohne einen EINZIGEN meldepflichtigen Zwischenfall! Zunächst hatte der Lobbyverband rechtliche Schritte angedroht, dann, als der Streisand-Effekt einsetzte, angekündigt, doch davon abzusehen. Erst gute zwei Wochen später wurde dann doch still und heimlich die Sperrung durchgesetzt. Eine Stellungnahme wurde von Seiten des Atomforums verweigert. Zunächst wollten die Satiriker sich gegen die Sperrung nicht zur Wehr setzen, im Radio-Interview mit ON-3 hatte man es sich dann aber doch anders überlegt. Anscheinend ohne weitere Erläuterung wurde der Account gestern Abend wieder freigeschaltet. Es gibt nur ein Problem: Die früheren fast 4.000 Follower sind verloren. Bisher also hat die Zensur doch gesiegt. Vielleicht ändert sich das aber noch. Allein wegen des politischen Signals wäre es dem @Atomforum_eV zu gönnen. Tweet
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April 2 2011, 9:00am | Comments »
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3sat schafft Computersendung neues ab
http://www.netzpolitik.org/2011/3sat-schafft-computersendung-neues-ab/
Seit elf 19 Jahren läuft auf 3sat zu wechselnden Sendezeiten das Computer- und Digitalkultur-Magazin neues. neues ist einzigartig im deutschen Fernsehmarkt. Zumindest will mir auch bei längerem Nachdenken keine andere Sendung einfallen, wo zumindest für eine halbe Stunde in der Woche im Fernsehen über digitale Themen berichtet wird und das Themenspektrum dabei auch noch von Computerspielen bis Netzpolitik reicht. Und ich schaue gerne neues, nicht immer, aber jede Folge lädt sich automatisch als Video-Podcast herunter. Ein Service, der leider immer noch selten ist. Aber bald ist mit neues Schluß: 3sat möchte die Sendung im Sommer absetzen. Begründet wird das laut Pressestelle mit einer sinkenden Zuschauerakzeptanz am Sonntag Nachmittag. Aber anstatt die Sendung in den Abend zu verschieben, wo die Zielgruppe für diese Themen sicher eher Fernsehen schaut, setzt man neues lieber gleich ab. Die Pressestelle erklärte uns, dass “das Thema Wissenschaft/Wissen und Netzkultur stärker in den Hauptabend gelegt werden (soll), aber nicht mit Formaten, sondern mit flexibleren Programmformen”. Statt einer kompletten Sendung über digitale Kultur soll dann 3sat nano auch manchmal über digitale Themen berichten. Allerdings liegt der Schwerpunkt von nano generell auf populärwissenschaftliche Technikthemen, man kann sich vorstellen, dass digitale Themen dort nur am Rande vorkommen würden. Ansonsten soll auf dem neuen Spartensender ZDFkultur ein Magazin namens “Pixelmacher” starten, was aber eher wie ein Computerspielemagazin klingt. Und überhaupt, wer kann denn dann wo ZDFkultur empfangen? Es ist schade, dass 3sat die einzige Sendung über digitale Kultur (mit etwas Netzpolitik) in Deutschland absetzen will. Das sieht auch wie ein weiteres Zeichen dafür aus, dass junge Menschen und ihre Themen als Zielgruppe bei 3sat nicht mehr relevant sind. Ich bin auch skeptisch, ob eine Sendung in einem neuen digitalen Spartensender ein gleichwertiger Ersatz für 3sat neues sein kann. Digitale Kultur ist keine Zielgruppe und hat bald keinen Sendeplatz mehr? Wenn Ihr damit nicht einverstanden seid: Beschwert Euch bei 3sat und ZDF. Update: Es gibt jetzt die obligatorische “Wir wollen neues zurück – Facebook-Gruppe“. Da kann man natürlich Mitglied werden. Wirkungsvoller ist es allerdings, direkt an 3sat und ZDF zu schreiben, z.B. an die Verantwortlichen Personen. Wer will, kann ja mal die Kontaktdaten der Intendanten recherchieren.
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March 29 2011, 12:31pm | Comments »
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75.000.000.000.000$
http://www.netzpolitik.org/2011/75-000-000-000-000/
Eine beachtliche Zahl: 75 Billionen Dollar. Eine 75 mit 12 Nullen und einem Dollarzeichen. So hoch ist der Schaden, den allein (!) die Tauschbörse LimeWire angerichtet haben soll, und auf den sie nun von 13 Firmen aus der Musikindustrie gemeinschaftlich verklagt werden sollte. Das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt der ganzen Welt und mehr als die Musikindustrie seit Erfindung des Plattenspielers (1877) verdient hat. Der ökonomische Schaden durch Filesharing scheint also weitaus größer zu sein, als bisher angenommen. Bitter für die Musikindustrie: Der Richter wies die Forderung als “absurd” ab.
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March 28 2011, 4:20pm | Comments »
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Nur kurz: Das Internet ist böse, Bild.de gesperrt, Perspektive ZugErschwG
Ich will gar nicht lange ablenken, schließlich schaue ich auch gespannt, wie sich die Situation in Japan entwickelt. 3 Links fürs Wochenende habe ich aber trotzdem, vielleicht schlicht zur Ablenkung:
Gestern Abend wurde im Ersten die Doku “Angriff aus dem Internet – Wie Online-Täter uns bedrohen” wiederholt. 45 Minuten Feinkost nicht nur für Verschwörungstheoretiker.
Die Reportage von ARD-Korrespondent und Grimme-Preisträger Klaus Scherer beginnt recht lebensnah, um ein Licht auf neue, alltägliche Risiken einer vernetzten Welt zu werfen. Er besucht US-Bürger, die von Hackern erst ihrer kompletten Identität und dann ihres Vermögens beraubt wurden. Er trifft FBI-Agenten, die jahrelang verdeckt in Cyber-Gangs ermittelten. Diese verschieben gefälschte Kreditkarten zu Spottpreisen und dabei binnen Stunden Banken um Millionen prellen. Noch einmal anschauen kann man sich den vielleicht besten Werbefilm, der je für die Vorratsdatenspeicherung gedreht wurde, in der Mediathek des Ersten oder auf Plattformen, vor denen im Film gewarnt wurde.
Aber gut, das Böse lauert bekanntlich immer und überall. Das dachte man sich auch in der Berliner Stadtbibliothek „Ingeborg Drewitz“ und installierte einen Internetfilter auf ansonsten frei zugänglichen Internet-PCs. Und der filtert nun, u.a. die Webseite der Bild-Zeitung.
Neben jugendgefährdenden Seiten wird auch „Bild.de“ geblockt: „Diese Website enthält nicht jugendfreie Inhalte, die nur für Erwachsene vorgesehen sind.“ Die Bild ist not amused und lässt einen Leser “Zustände wie sonst nur in Diktaturen” beklagen (Link zu Bild.de). Tja, so kann’s gehen.
RA Stadler verweist in seinem Blog auf einen Beitrag seines Kollegen RA Boecker, der sich für den AK Zensur ein paar Gedanken zur Zukunft des Zugangserschwerungsgesetzes bzw. zum Kampf gegen Missbrauchsdarstellungen im Internet. Ich bitte um Beachtung:
Ich wünsche mir eine Zukunft, in der im Internet keine Dokumente zu finden sind, die den Mißbrauch von Menschen, insbesondere Kindern, zeigen. Nur: welcher Weg führt dorthin? Wie erreicht man dieses Ziel? Meine Idee ist, für das Erreichen dieses Zieles einen multilateralem völkerrechtlichem Vertrag einen internationalen Rahmen für das wirksame Löschen zu schaffen (dieser könnte zB in die UN Convention on the Rights of the Child eingefügt oder als Protokoll hierzu erklärt werden).
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March 11 2011, 1:31pm | Comments »
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Realnamenpflicht bei Facebook
http://www.netzpolitik.org/2011/realnamenpflicht-bei-facebook/
Der chinesische Dissident, Journalist und Blogger Michael Anti hat ein Problem: Seine Facebook-Seite wurde ihm entzogen, er hat keinen Zugriff mehr darauf. Facebook hat ihn gelöscht, weil er nicht seinen Originalnamen Zhao Jing nutzt – unter den ihn außerhalb Chinas aber kaum jemand kennt. Er war auch einer meiner Kontakte und ist nun nicht mehr auffindbar, also zumindest virtuell bei Facebook. Zhao Jing, der auch schon zur Jury der Deutsche Welle BOBS gehörte und im vergangenen Jahr als Michael Anti auf der re:publica über Meinungsfreiheit im Netz diskutiert hat, kritisiert nun öffentlich und zurecht die Policy von Facebook, nur noch Realnamen zuzulassen und damit Dissidenten zu gefährden. “I’m really, really angry. I can’t function using my Chinese name. Today, I found out that Zuckerberg’s dog has a Facebook account. My journalistic work and academic work is more real than a dog,” he said. Seine Argumentation ist, dass er unter dem Namen Michael Anti in den vergangenen Jahren bekannt wurde und auch viel publiziert hat. Sein richtiger Name aus chinesischen Zeiten würde kaum jemand kennen. Zugleich würde aber der Hund von Mark Zuckerberg ohne Personalausweis-Namen eine Seite bekommen (Medienwirksames Zitat, aber der Hund läuft wohl als Fanseite und versößt damit nicht gegen die AGB.) Die Reaktion von Facebook ist folgende: Facebook said it does not comment on individual accounts, but added that it believes a “real name culture” leads to more accountability and a safer and more trusted environment for people who use Facebook. Trotzdem ist das eine wichtige Diskussion, vor allem mit dem Verweis auf Dissidenten, die oft in repressiven Staaten Plattformen wie Facebook nutzen und durch die Realnamenpflicht gefährdet sind. Es ist einfach zu sagen, man solle dann einfach kein Facebook nutzen. Der Punkt ist, warum und ob Facebook es repressiven Sicherheitsapparaten so einfach machen möchte, die Opposition im Lande zu überwachen und gegebenfalls einfacher auszuschalten, wenn diese sich über Plattformen wie Facebook vernetzen und Proteste organisieren.
March 9 2011, 8:28pm | Comments »
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Zum Nachbauen geeignet: Churnalism.com
http://www.netzpolitik.org/2011/zum-nachbauen-geeignet-churnalism-com/
Churnalism.com ist ein spannendes Tool aus England, was wir dringend auch mal in Deutschland bräuchten. Die Idee ist einfach erklärt: Per Crowdsourcing kann man journalistische Inhalte dahingehend überprüfen, wieviel davon aus PR-Texten abgeschrieben wurde. Das funktioniert so: The site compresses all articles published on national newspaper websites, on BBC news, and Sky news online, into a series of numbers based on 15 character strings (using a hash function) and then stores them in a fast access database. When someone pastes in some text and clicks ‘compare’, the churn engine compresses the text entered and then searches for similar compressions (or ‘common hashes’). If the engine finds any articles where the similarity is greater than 20%, then it suggests the article may be churn. Churnalism.com is powered off the back of the database of over three million compressed articles in journalisted.com. In einem Textfeld kann man Pressemitteilungen von Unternehmen oder Institutionen eingeben und dann schauen, ob und in welchem Umfang Journalisten sich aus dieser Quelle bedient haben. Tolle Idee, wer baut das für Deutschland? Also los, so schwer dürfte das nicht sein und der gesellschaftliche Mehrwert ist enorm. Falls jemand Lust und Zeit hat, sowas zu entwickeln, helfen wir gerne zu einem späteren Zeitpunkt mit der Finanzierung der Serverinfrastruktur. Daran soll es nicht scheitern.
March 8 2011, 12:15pm | Comments »
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Neue Visualisierung und Navigierung für Guttenplag-Wiki
http://www.netzpolitik.org/2011/neue-visualisierung-und-navigierung-fur-guttenplag-wiki/
Eine schöne Visualisierung und Navigierung der bisher im Guttenplag-Wiki gesammelten Plagiatsvorwürfe gegen die Ex-Dissertation von zu Guttenberg hat @erlehmann gebaut: Identifizierte Fragmente in Karl-Theodor Freiherr zu Guttenbergs Dissertation.
Wer Spaß an der gemeinsamen Schnitzeljagd beim kollaborativen Durchforsten von Politiker-Dissertationen gefunden hat, findet im PlagiPedi-Wiki eine neue Spielweise. Nach dem großen Erfolg des GuttenPlag-Projektes ging durch die Politikerschaft ein großes Zittern: Wer ist der Nächste mit zusammengeklauter wissenschaftlicher Arbeit? Dieses Wiki soll die Bemühungen all jener organisieren, die das Ziel eines integren wissenschaftlichen Abschlusses bei unseren Regierenden kontrollieren wollen.
February 24 2011, 4:30pm | Comments »
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